WILL.I.AM and Ilse, bitch!

Verbraucherministerin Ilse Aigner, von der CSU, hat keinen 10-Punkte-Plan. Das ist verwunderlich, aber noch keine Nachricht wert, hätte sie nicht stattdessen ein Bündnis ins Leben gerufen. Ein "Bündnis für Verbraucherbildung", das dem dummen Verbraucher beibringt, was gut für ihn ist und was nicht. Und wo findet man in unseren Zeiten die dümmsten Verbraucher? Richtig, in der Schule.

Damit die Schüler also endlich mal lernen, wie sie zu funktionieren haben, sollen sie, zum Beispiel in den Bereichen Finanzen und Ernährung, besser geschult werden. Und damit dieser Schuss nicht nach hinten losgeht, sollen sich darum Fachleute wie die Banken, Procter & Gamble und McDonalds kümmern.

Man munkelt außerdem, dass David Hasselhoff gleich zu mehreren Themen wie "verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol" und "Ernährung" referieren, die in der Überschrift frei zitierte Britney Spears sich des Themas Suchtprävention (oder noch schlimmer: Musikerziehung) annehmen und die Geissens den Jugendlichen den richtigen Umgang mit Geld näherbringen sollen.

Immerhin proklamiert Frau Aigner, dass Werbung in diesem Bündnis keinen Platz hätte, was mich doch sehr beruhigt, denn ansonsten hätte man bei dieser Konstellation ja eventuell vermuten können, dass die teilnehmenden Unternehmen möglicherweise nicht ganz uneigennützig handelten. Trotzdem frage ich mich, warum eine Firma wie McDonalds Geld in die Hand nimmt für eine Kampagne, die sie ruinieren würde, wäre sie erfolgreich. Oder warum grade Banker geeignet sein sollen, irgendjemandem den Bereich Finanzen zu erklären. Man liest da ja so viel derzeit.

Allerdings frage ich mich auch, ob nicht die Teilnahme selbst schon als eine Form der Werbung gelten kann. Nicht zuletzt durch die damit einhergehende Presse. Genau genommen muss man sogar davon ausgehen dass dem so ist, was mich im Umkehrschluss dazu führt, dass Frau Aigner den Verbraucher, also im Grunde auch mich, für dumm zu halten scheint. Aber darüber denke ich lieber gar nicht nach. Überhaupt sollte ich nicht so viel denken. Nachher kommt noch jemand auf die Idee, nicht mehr ganz junge Familienväter in ihrer Bildung mit einem Bündnis zu unterstützen. Und das will nun wirklich niemand.

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