Kindergeburtstag aus der Hölle, Teil 2


Im Laufe ihrer elterlichen Karriere werden Sie lernen, die verschiedenen Gangarten ihres Kindes ebenso verschiedenen Zuständen zuzuordnen. Es gibt zum Beispiel eine Gangart für "Ja, DU findest die Hose schön, aber ICH HALT NICHT", eine für "Alle drei Wochen neue Klamotten kaufen ist teuer und ärgerlich, aber diese Hose hier ist inzwischen wirklich echt zu klein" und es gibt sogar eine für "Die Klassenkameraden haben herausgefunden, dass ein Tritt in die Weichteile für den Getretenen zwar schmerzhaft, aber für alle anderen auch lustig sein kann". Während Sie die Kinder im Grunde fremder Menschen, auf dem Rückweg vom Freiluft-Kindergeburtstag auf dem Dorffestplatz, zurück zu ihrem Wohnsitz treiben und sich dabei einmal im Leben so fühlen können wie Bauer Heinrich, entdecken Sie dann eine neue Gangart. Sie hat etwas von John Wayne zur Mittagszeit auf dem Weg zum Duell auf der Hauptstraße, nur ohne die machohafte Alphamännchenhaftigkeit.

Kindergeburtstag aus der Hölle, Teil 1

Machen wir uns nichts vor, ab und zu sind Kinder nichts als das nervtötende, kleine Ergebnis eines, nach mehreren Jahren Beziehung, eher mäßig feierbaren Geschlechtsakts. Beleidigen Sie bitte nicht meinen Intellekt, indem Sie anderes behaupten. Um nun aber den Grad der Nervigkeit des eigenen Nachwuchses in die richtige Relation setzen zu können hat der Mensch, ganz Krone der Schöpfung, den Kindergeburtstag erfunden. Dieser Tag dient nicht etwa des Feierns der Geburt der kleinen Racker, sondern einzig und allein der Vergleichsmöglichkeit mit einer für die Versuchsanordnung meistens etwas zu groß geratenen Gruppe an Probandenkindern.

Reality bites

Sonntagnachmittag. Eine Notaufnahme. Eine Krankenschwester nimmt einen Patienten mit einer schwach blutenden Wunde an der Stirn auf. Er hat sich selbst mit einer Nagelpistole verletzt und Glück gehabt. Nur ein Kratzer, er wird vermutlich geklebt. Im Wartebereich sitzt eine ältere Dame und wartet. Sie hat Schmerzen beim Wasserlassen. Ein Mann neben ihr wird gerade von einem Pfleger abgeholt, er läuft gebückt, vermutlich Hexenschuss. Eine Tür fliegt auf und ein Kind wird hereingetragen. Eine klaffende Wunde im Gesicht. Blut. Hektisch werden ein paar Anweisungen gerufen, 15 Minuten später liegt das Kind in einem Behandlungsraum und wird genäht. Von einem feschen Assistenzarzt, der abwechselnd mit der anwesenden Mutter und der Krankenschwester flirtet. Oder mit dem Vater, egal. Nach 10 Minuten sind alle versorgt. Also das Kind jedenfalls, über die Schwester, die Mutter oder den Vater weiß ich nichts. - Soviel dazu, wie amerikanische Serien das Gesundheitswesen darstellen. Kommen wir nun zur Wirklichkeit in der deutschen Provinz.

Ein paar Gedanken zum Urheberrecht

Der eine oder andere derjenigen, die sich ab und zu auf diesen dieses diese Blog verirren weiß vielleicht, dass ich mich ab und zu und hier auch bereits hobbyjuristisch mit dem Thema Urheberrecht beschäftigt habe. Ich habe damals viel gelesen und auch viel gelernt und ich muss gestehen, dass sich auch meine Sichtweise auf viele Dinge seitdem ein wenig differenziert hat. In den letzten Tagen wird das Thema grade wieder groß von der gelangweilten Netzgemeinde aufgebauscht, weil Jens B.*, Fernsehmoderator, ein urheberrechtlich geschütztes Bild widerrechtlich getwittert und damit die Armee der Mittelfinger von beiden Seiten der Argumentationskette heraufbeschworen hat. Grund genug, meinen Standpunkt dazu upzudaten und keine Sorge, ich habe nicht vor, auf den Fall konkret einzugehen.

*Name geändert

#freiheit - Revolution in der Blase

Dezember 2014 - Es herrscht Krieg in Deutschland. Unterdrückte Systemopfer begehren auf und stehen zusammen gegen die Ungerechtigkeit des Profits. Hunderttausende lassen ihrem Hass freien Lauf, die Situation scheint vielerorts bedrohlich, manche fürchten um Leib und Leben. Ihr Eigenes und das ihrer Lieben. Die Presse schreibt von einer "Dezember-Revolution" - kein Witz. Entweder das, oder ein YouTube-Star schlägt jeder wirklich für ihre Freiheit kämpfenden Protestbewegung mit der flachen Hand ins Gesicht, indem er unter dem Hashtag #freiheit seine Unfähigkeit, Verträge einzuhalten, dokumentiert und damit seine zahlreichen Fans gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber aufbringt.

Nick you!

Sexismus ist eigentlich nicht so wirklich mein Thema. Mir ist natürlich bewusst, dass es da ein Problem gibt, aber ich halte mich einfach nicht für einen Sexisten. Nicht wie in "Ich bin kein Sexist, aber...", sondern ganz einfach so. Ich finde, dass die Diskussionen zu dem Thema auf beiden Seiten oft deutlich zu hysterisch und emotional geführt werden und sie deshalb oft in den kontraproduktiven Bereich abrutschen, aber in dieser vereinfachten Darstellung ist mein konstruktiver Beitrag zu dem Thema prinzipiell auch schon erschöpft. Mir fehlt einfach die Lust Zeit  Lust und Zeit, mich öffentlich auf eine der Seiten zu schlagen und dafür einzutreten. Aber ich habe, gemeinsam mit meiner Frau, Kind1(9), einen Jungen, und Kind2(7), ein Mädchen, zu erziehen und schon allein deshalb eine Verantwortung, mich damit zu beschäftigen und deshalb schreibe ich diesen Blogpost, denn gestern sah ich mit Kind2(7) fern und WAS DANN GESCHAH WIRD SIE SCHOCKIEREN.

Minidisko

Ferien, die schönste Zeit des Jahres. Nach Jahren über Jahren Urlaub in schwedischen Blockhäusern, holländischen Strandhütten und biologisch abbaubaren Holzverschlägen in der Lüneburger Heide zieht es irgendwann auch die ökologischsten Bioeltern mit ihren Dorfkindern aus Freilandhaltung in den Sommerferien ihrer Montessori-Schule in einen Pauschalurlaub. 4 Sterne Minimum, All-Inclusive, Süden.  Manchmal will man nicht den halben Tag mit Wäsche, Kochen, Abwasch und dem Einkauf verbringen, bevor man sich ein bisschen Entspannung gönnt. Man will Urlaub, keinen "Alltag, nur woanders". Und so setzt man einen großen Haufen auf die Energiebilanz, zündet ihn mit Hilfe feinsten Kerosins an und setzt sich in einen Flieger. Man brutzelt fortan in der Sonne, während einem alle lästigen Aufgaben von wunderbaren Menschen abgenommen werden. Ja, wirklich alle Unannehmlichkeiten. Alle, bis auf den Besuch der Minidisko.